Diskussionsraum digitaler Potentiale (Teil 1)

Abb.: Erster Auftritt der ZfdG – Screenshot des 1. Sonderbands der ZfdG in der Open Beta-Version

Abb.: Erster Auftritt der ZfdG – Screenshot des 1. Sonderbands der ZfdG in der Open Beta-Version

 

Ein Gespräch mit Dr. Constanze Baum über die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften

Seit November 2015 publiziert die neu gegründete Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZdfG) Artikel aus allen geisteswissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit Projekten und Fragestellungen der Digital Humanities auseinandersetzen. Das Besondere: Die Beiträge erscheinen als only-online Publikation, die ZdfG ist als ausschließlich online erscheinendes Open Access-Journal konzipiert.

Das E-Journal wird vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Zusammenarbeit mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) herausgegeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die redaktionelle Leitung obliegt Frau Dr. Constanze Baum von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB).

1. Frau Doktor Baum, was macht das Thema „Digitalisierung/Digitalität“ für GeisteswissenschaftlerInnen so interessant? Und warum muss es eine Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften geben?

 Die Geisteswissenschaften brauchen eine digitale Agenda, wenn sie den Anschluss an Entwicklungen in der gesamten Wissenschaftslandschaft nicht verlieren wollen. Das Thema „Digitalisierung / Digitalität“ ist schon allein deshalb interessant, weil es relevant ist – nicht nur als Erweiterung anerkannter Methoden und Verfahren in den einzelnen Teildisziplinen, sondern auch als gesamtgesellschaftliches Phänomen, das sich letztlich auch wieder auf die Entwicklung neuer Forschungsthemen und -fragen auswirkt. Was uns umgibt und prägt, was wir bewerten, ordnen, bewahren oder löschen, daraus werden die wissenschaftlichen Fragestellungen für GeisteswissenschaftlerInnen der Zukunft erwachsen. Als buchsozialisierte Wissenschaftlerin, die ich auch bin, verstehe ich natürlich Ressentiments gegen eine totale Anbindung an eine digital ausgerichtete Welt, deren Folgen nicht abschätzbar scheinen, aber sie ist präsent, politisch und sozial gewollt und somit auch Teil unserer Kultur, Werte- und Normvorstellungen. Klagerufe von einem „Zurück zur Natur“ erscheinen mir da wenig produktiv. Denn wir schreiben in vielen Punkten bereits digitale Geschichte und auch die Geisteswissenschaften sind hier gefragt. Die Historisierung dieses Umbruchs wird künftige Forschergenerationen beschäftigen, ob mittels hermeneutischer, informatischer oder datenarchäologischer Methoden.

Ich sehe die Gründung der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften deshalb als einen wichtigen und richtigen Beitrag im Bereich der Digital Humanities, jenen Ansätzen also, in denen geisteswissenschaftliche und informatische Prozesse und Verfahren zusammenfinden. Ich verspreche mir natürlich auch, dass von einer solchen Publikationsplattform, die vor allem den deutschsprachigen Raum im Blick hat, neue Impulse für die Forschung, aber auch für das digitale Publizieren selbst ausgehen. Für die immer zahlreicher werdenden Forschungsprojekte der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum werden adäquate Formate zur Publikation der Ergebnisse notwendig, die einerseits ihrem Profil entsprechen und andererseits auch technisch mit den Projekten mithalten können und die Möglichkeiten des digitalen Publizierens voll ausschöpfen. Gleichzeitig eröffnet sich mit unserem Projekt die Frage nach dem Stand des wissenschaftlichen Publizierens und seiner Zukunft überhaupt als Herausforderung für die Geisteswissenschaft. Im digitalen Zeitalter sehe ich mit Besorgnis die Krise mittelständischer Wissenschaftsverlage auf der einen Seite und den Marktgewinn von Monopolisten auf der anderen Seite, die den digitalen Markt zu bestimmen versuchen. Wissenschaftliche Forschung ist nicht frei von diesen Wertschöpfungsprozessen. Gerade für den Journalbereich als einem zentralen Bestandteil unserer publizistischen Tradition neben der Monographie ist hier in den letzten Jahren viel in Bewegung geraten. So hat die Open Access-Bewegung die öffentliche Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen befördert. Ich finde das sehr begrüßenswert. Seit Beginn meiner Arbeit für die ZfdG beobachte ich ein reges Interesse in der scientific community, sich den Zukunftsfragen digitalen Publizierens zu stellen, was mir zeigt, dass wir mit der Gründung der ZfdG genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt getan haben. Es gibt einen großen Bedarf an frei zugänglichen, verlässlichen digitalen Publikationsformaten. Immer wieder wird uns gegenüber begrüßt, dass der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel und die dahinter stehenden Institutionen, an denen konkret geisteswissenschaftliches Forschen in allen Teildisziplinen verfolgt wird, sich dieser wichtigen Aufgabe annehmen. Denn es stellt sich angesichts der gerade skizzierten Situation natürlich die Frage, wer die publizistischen Herausforderungen, die sich mit einem solchen E-Journal verbinden, sinnvoll und verantwortlich in Angriff nehmen kann.

Um aber noch einmal auf den Beginn Ihrer Frage zurückzukommen, so ist meines Erachtens einerseits zwischen einer Praxis des Digitalisierens, andererseits einem Vorhandensein des Digitalen als Wert zu unterscheiden: Digitalität ist da, wo Sprache auf binären Codes und Algorithmen basiert, deren Repräsentanten uns auf vielen Speichermedien oder im Internet begegnen. Unter Digitalisierung verstehe ich das Verfahren der digitalen Bereitstellung von Material zum Zweck der Nutzung und Bewahrung.

Beides schafft für die Geisteswissenschaft neue Ressourcen und Räume für Forschungsfragen, -methoden und -verfahren, aber es bringt auch die Frage nach Verantwortlichkeiten aufs Tableau: In einer Kultur der Digitalität gilt es sich nicht nur zu behaupten und deren Potentiale zu nutzen, um anschlussfähig zu bleiben, sondern auch im Horizont der eigenen Wissenschaftsgeschichte den selbstkritischen Diskurs nicht zu verleugnen. Die Digital Humanities oder digitalen Geisteswissenschaften sollten sich auch einem ‚Digital Criticism’ stellen und Problemfelder ihrer jungen Disziplin identifizieren – beispielsweise digitale Wissensmonopole, Überwachungsalgorithmen oder Datenüberversorgungen –, die durch digitale Verfahren ebenso befördert werden wie eine Kultur der Öffnung und Gemeinsamkeit, des Teilens und produktiven Referenzierens. Auch für Überlegungen in dieser Hinsicht, die über Fachgrenzen hinaus denken, möchte die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften ein Kursbuch sein.

 

2. Im Geleitwort des ersten Sonderbandes, den Sie gemeinsam mit Dr. Thomas Stäcker (stellvertretender Direktor HAB) unter dem Titel „Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities“ herausgegeben haben, plädieren Sie für digitale Publikationen als adäquate Publikationsformate für Veröffentlichungen aus und zu den Digital Humanities. Insbesondere die Aufgaben „wissenschaftliche[] Diskussion, Überprüfung und Konsolidierung der Forschungsansätze“ sollten in digitaler Form erfüllt werden. Ließe sich das nicht auch mittels klassisch analogem Publizieren erreichen?

Sicherlich können die Aspekte Diskussion, Überprüfung und Konsolidierung auch in Printformaten angesprochen werden. Es wäre töricht zu behaupten, dass eine digitale Publikation der Weisheit letzter Schluss sei oder eine analoge Form der Wissensvermittlung gänzlich ablösen sollte. Jedes Medium hat in meinen Augen seine Berechtigung, seinen ‚Markt’ und seine medien- und nutzerspezifischen Marktgesetze. Vielmehr als eine ideologische Spaltung in zwei Kulturen sehe ich viele interessante Analogien zwischen  Print- und Digitalkulturen für den Bereich des digitalen Publizierens. Digitale Formate erlauben aber auch, tradierte Verfahren zu überdenken, neu auszuloten oder weiterzuentwickeln. Wir müssen mit einem E-Journal nicht zwangsläufig als bloße digitale Nachahmer von gedruckten Fachzeitschriften auftreten.

Es gibt zudem wissenschaftliche Arbeiten, die ihre Komplexität und Bedeutungstiefe erst in digitalen Formaten adäquat entfalten können, vielleicht weil sie selbst bereits digital born sind und auf einem elektronischen Datenset basieren oder mittels digitaler Verfahren Untersuchungsergebnisse erzielt haben. Ein einfaches, vielleicht einleuchtendes Beispiel, das nicht nur die Digital Humanities betrifft, sind darüber hinaus Wissenschaftsdisziplinen, die mit Objekten, Bewegtbild- oder Audiomaterial arbeiten. Sind die rechtlichen Voraussetzungen zur Nutzung gegeben, bieten sich im digitalen Raum wunderbare Möglichkeiten der Präsentation, die im analogen Bereich nur durch ein-ansichtige Fotographien, Stills, Screenshots oder Partiturauszüge geleistet werden können. Im Bereich der Textwissenschaften kann beispielsweise die Einbindung von digitalen Faksimiles einen Mehrwert für die Publikation bedeuten: Neue Formen der unmittelbaren Kontextualisierung sind so für einen Leser denkbar, der nicht nur die zitierte Passage lesen und die Argumentation des Forschungsbeitrags verfolgen kann, sondern dem es auch möglich ist, die konkrete Textstelle in einem digitalen Faksimiles mittels Verlinkung direkt anzuspringen und selbst den Kontext des Zitats zu überprüfen, vor- oder rückzublättern, um sein eigenes Urteil über den dargestellten Sachverhalt hinaus zu fundieren.

Da die Digital Humanities der Sache nach mit solchen informatischen Gehalten als Verfahren operieren, erscheint es mir nur folgerichtig, dass eine Zeitschrift, deren Profil genau jene Schnittstelle bedient, als only online-Medium konzipiert ist. Im Umkehrschluss wäre es doch recht sonderbar, wenn wir digitale Geisteswissenschaften in einem Printmedium vorstellen würden.

Wir haben außerdem redaktionell die Möglichkeit, über den einzelnen Artikel hinaus zu denken. Synergien können durch Verschlagwortungen hergestellt werden, in dem sich mehrere Artikel mit einer einfachen Suchanfrage zu thematischen Clustern zusammenbinden lassen oder durch eine redaktionelle Auswahl über Jahrgänge hinweg Kontroversen verfolgt werden können. Beiträge zu Fragen der digitalen Edition lassen sich so unproblematisch als ein diskursives Kontinuum rezipieren. Für die ZfdG arbeiten wir zudem mit einem Kuratorenmodul, indem konkrete Leseempfehlungen von bestimmten Personen als Angebot an die Leser ausgesprochen werden sollen. Wir haben hier also die Möglichkeit, uns von der starren Chronologie und Abgeschlossenheit von Themenheften zu lösen und flexibler auf Inhalte zu reagieren.

Diskussion, Überprüfung und Konsolidierung gewinnen im digitalen Raum daher eine neue Qualität, denn sie eröffnen Möglichkeitsräume, die mehr Transparenz in Wertungsverfahren bringen oder auch eine moderierte Kritik- und Kommentarkultur neu beleben kann. Ob und wie dies von der Wissenschaft genutzt wird, muss sich noch erweisen.

 

3. Daran anschließend: Um den Eindruck zu vermeiden, dass man sich bei digitalen Publikationen letztlich ’nur‘ eines anderen Kanals bedient, muss sicherlich das Potential dieses anderen Wegs herausgestellt werden. Was kann daher beispielsweise ein E-Journal anbieten, das einen Mehrwert gegenüber der gedruckten Publikation darstellt? Wie stark muss sich Ihrer Meinung nach digitales Publizieren generell an der klassischen Publikationsstruktur orientieren? Wie stark kann oder muss es sich sogar davon abgrenzen?

Man muss das Rad nicht neu erfinden, einiges, was möglich sein könnte, habe ich ja gerade skizziert, aber es gilt genau da vielleicht noch einmal einzuhaken. Meine Agenda lautet: Wie können wir die Potentiale des Digitalen für neue Publikationsformen nutzen? Wo helfen uns anerkannte Verfahren der Printmedien? Und: Was wäre denn schließlich schlimm daran, ‚nur’ einen anderen Kanal für wissenschaftliches Publizieren zu nutzen, wenn dieser eine schnellere Verfügbarkeit und bessere Nutzbarkeit beinhaltet und vielleicht sogar kostengünstiger und Ressourcen schonender ist? Wir sparen ja im digitalen Bereich nicht nur das Papier der Herstellung, sondern häufig auch das Kopierpapier und die Tonerkosten, die durch übliche Nachnutzungspraktiken von Büchern im Wissenschaftsalltag entstehen.

Der Zweifel am Mehrwert digitaler Publikationen, der in Ihrer Frage mitschwingt, hängt meines Erachtens eher mit einem noch vorhandenen Mangel an Reputationsbindung zusammen: Wenn Hochschullehrer und Institutionen eine Kultur des digitalen Publizierens flächendeckend mehr unterstützen, wenn wir also eine Bandbreite an verlässlichen, etablierten digitalen Publikationskanälen aufbauen, deren Attraktivität aus einer hohen Anerkennung innerhalb der Fachkulturen erwächst, dann – so behaupte ich – schwinden die Bedenken. Ich möchte als Beispiel auf die Naturwissenschaften verweisen: für Biologen ist eine digitale Veröffentlichung in den E-Journalen Nature oder PLOS eine besondere Auszeichnung.

Die Kehrseite – das möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen – ist in diesem Fall, dass sich verlagsbetriebene Journale dieses Prestige sowohl im Print wie im Digitalen teuer bezahlen lassen. Die APCs (= article processing charges) liegen hier außergewöhnlich hoch, einen Artikel bei PLOS zu veröffentlichen, kann schnell 2.000 US Dollar und mehr kosten. Ein solches Verfahren ist für die Geisteswissenschaften weder praktikabel noch erstrebenswert.

Es zeigt aber vielleicht auch, dass es den Geisteswissenschaften – auch wenn ich das hier etwas holzschnittartig für die Fächer, die hiermit angesprochen sein mögen, summarisch über einen Kamm schere – insgesamt noch an Leuchttürmen und Strategien fehlt.

Für Einzelwissenschaftler unserer Disziplinen gilt doch in vielen Fällen: sie arbeiten mit den Möglichkeiten, die das Digitale bietet, von Google books über Publikationsserver und Datenbankabfragen von Institutionen bis hin zu einfachen Suchläufen in Katalogen, sind aber selbst in weitaus geringerem Maße bereit, die eigene Veröffentlichung digital zu publizieren. Hier brauchen wir vielleicht noch Zeit und müssen als Wissenschaftscommunity Erfahrungen sammeln. Ein Umdenken wird sich nur sukzessive durchsetzen.

Erlauben Sie mir diesbezüglich einen kurzen biographischen Abstecher: Ich habe selbst bereits einen solchen Wandel im Bereich der Wissenschaftskommunikation mitgestalten dürfen, als ich zusammen mit Kollegen vor zehn Jahren die Mailingliste H-Germanistik gegründet habe, einen Dienst, der Fachinformationen der Literaturwissenschaft über Ausschreibungen, Konferenzen und vieles mehr im Internet verbreitet. Wir starteten in einer Situation, wo Tagungen über Aushänge und wenige gedruckte Fachmagazine verbreitet wurden und es dauerte seine Zeit, bis dieser digitale Dienst Anerkennung fand. Mittlerweile werden täglich auf elektronischem Weg 6–8 Ankündigungen an fast 10.000 Mitglieder weltweit verteilt, die dadurch kostenfrei an den Aktivitäten des Fachs partizipieren können. Es gehört heute zur akademischen Routine, eine Konferenz über H-Germanistik anzukündigen.

Doch zurück zum Mehrwert des digitalen Publizierens: Erweiterte Darstellungsszenarien in Forschungsbeiträgen, wie ich sie bereits erwähnte, sind nur in digitalen Umgebungen umsetzbar, die mehr bieten als einen Transfer von Printkulturen in den digitalen Raum. Viele Online-Journale aus Fachwissenschaften, die zurzeit auf dem Markt sind, setzen auf das meines Erachtens zu starre PDF-Format, das der Printkultur in vielen Punkten noch stark verhaftet ist. PDF ist zwar ein global interpretierbares und stabiles Format, das immerhin schon seit 1993 existiert und sich für Langzeitarchivierung eignet, aber – als Druckformat von Adobe konzipiert – eben jene Anteile einer jeden sogenannten enhanced publication nicht abbildet. Auszeichnungstiefen verschwinden in PDF-Fassungen von der ‚Bildoberfläche’, ebenso wie Möglichkeiten den Text für unterschiedliche Nutzungsszenarien zur Verfügung zu stellen. Wie stark man sich an Printvorgänger oder -nachgänger bindet, hängt aber letztlich von vielen, mitunter pragmatischen und auch ökonomischen Faktoren ab. Hier meine ich, dass Fachzeitschriften gut beraten sind, sich digitale Partner und Verfahren entsprechend ihrer Kapazitäten zu suchen.

Bei der ZfdG haben wir uns für ein Konzept entschieden, das die Potentiale digitalen Publizierens neu denkt. Das betrifft – unabhängig von den Inhalten, die wir veröffentlichen – fast alle Bereiche des Publikationsprozesses, von der Aufbereitung der Texte in XML über ein offenes Review-Verfahren und den Verzicht auf die tradierten Wege der Distribution. Wenn dieses Pilotprojekt gelingt, können wir ein Produkt am Markt etablieren, dass durch die Unterstützung des BMBF eine nachhaltige Infrastruktur bietet, die auch von anderen Fachzeitschriften als Open Source nachgenutzt werden könnte. Denn wir wollen im Sinne einer Öffnung der (Geistes-)Wissenschaften agieren. Die ZfdG ist als ein subventioniertes Open Access-Journal konzipiert: weder von Beiträgern – im Sinne der in den Naturwissenschaften gängigen APCs –, noch von Lesern werden in diesem Rahmen finanzielle Eingaben erwartet. Es wird sich zeigen, ob sich daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln kann. Zuschuss- und Subkriptionsverfahren bestimmen ohnehin den Markt wissenschaftlicher Publikationen. Erfahrene Kollegen aus der Branche der Wissenschaftsverlage sprechen inzwischen relativ unverhohlen davon, dass sich die Kultur der wissenschaftlichen Kommunikation und die damit einhergehenden Praktiken des wissenschaftlichen Publizierens in den kommenden Jahren grundlegend ändern werden. Vor allem durch den stark wachsende Anteil von Open-Access Veröffentlichungen und Möglichkeiten des Selfpublishing wird der Markt subskriptionsfinanzierter Journale erheblich unter Druck gesetzt. Es ist daher an der Zeit, jetzt Geschäftsmodelle zu entwerfen, die Alternativen aufzeigen können. In diese Richtung geht unser Vorstoß.

Den 2. Teil des Interviews lesen Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

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  2. […] wie „Netzwerkpolitiken. Online-Zeitschriften zwischen Teilhabe und Profilierung“ (Constanze Baum, Wolfenbüttel), „Die intellektuellen und publizistischen Netzwerke der Zeitschrift Die […]

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