One Comment

  1. Frieder Nake

    Es gab auf diesen Folien am oberen Rand der Projektion ein schönes Band mit drei bis vielleicht fünf Zeilen Text, in denen je eine Besonderheit dieser grandiosen Edition des Faust-Werkes in allen (oder vielen) Facetten angesprochen wurde. Anregend, gut und fein.

    Auf eine stilistische Kleinigkeit aber möchte ich jene KollegInnen hinweisen, die jene kurzen Texte verfasst und veröffentlicht hatten (wir sehen sie hier allerdings nicht, nur den einen, falls ich richtig geschaut habe). Sie haben, wie bei der Verwendung von Software zur Textbearbeitung bei sehr vielen, den meisten, jedenfalls diesen AutorInnen üblich, Blocksatz eingestellt. Etwas, auf das sie, aus der Welt des Buches kommend, stolz sind. Das sollten sie nicht tun. Denn der Umbruch jener Textpassagen wird beliebig hässlich (sehen Sie das nicht?). Wenn bei Blocksatz keine Silbentrennung durchgeführt wird, erzwingt er die hässlichsten Löcher im umbrochenen Text. Kein Setzer in vor-digitaler Zeit hätte so etwas seinen Arbeitsplatz zu verlassen erlaubt. Unseren digital so euphorischen Menschen aber steht nun eine Technik zu Gebote, mit der sie sich nahezu bewusstlos (das ist absichtlich gewaltig übertrieben gesagt) stilistischen Müll gestatten, weil sie nicht wissen, dass seit den Zeiten von Futura niemand so etwas machen würde.

    Wenn eine Technik verfügbar wird, führt das stets erst einmal zu Verlust an Stil und Schönheit.

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