2. Symposium

Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften.
Wie verändern digitale Infrastrukturen die Praxis der Geisteswissenschaften?“

Termin: 26. bis 28. September 2018
Ort: Universität Bayreuth

Nach dem ersten Symposium im Mai 2016, das dem Status Quo der Digitalität in den einzelnen Fächern der Geisteswissenschaften gewidmet war (Ergebnisse unter digigeist.hypotheses.org), und einem Workshop zu neuen Forschungsgegenständen und Methoden digitaler Geisteswissenschaften (Beiträge erschienen als Sonderband 3 der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften) widmet sich die dritte Tagung den Infrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften. Die Perspektive des Symposions umfasst dabei sowohl digitale Infrastrukturen in den Geisteswissenschaften wie auch alle Infrastrukturen für die digitalen Geisteswissenschaften.

Infrastrukturen sind die Basis jeder Form wissenschaftlicher Forschung. Was bedeutet nun der Einsatz von digitalen Infrastrukturen für die Ermöglichung und Fortentwicklung der digitalen Geisteswissenschaften?

Zusammen mit erweiterten Fragestellungen, Forschungsgegenständen und Forschungsverfahren digitaler Geisteswissenschaften verändern sich die Anforderungen der Disziplinen an wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen. Zugleich ist nicht zu übersehen, dass digitale Infrastrukturen ihrerseits die Disziplinen, deren Selbstverständnis und deren Praktiken in Forschung und Lehre verändern. Aus dieser doppelten Perspektive geht das Symposium zentralen Fragen nach:

  • Was alles gehört zur „Infrastruktur“ in den digitalen Geisteswissenschaften? Wie ist das Verhältnis von großen (nationalen) Forschungsdateneinrichtungen (CLARIN, DARIAH) zu kleinen und diversen Repositorien und Kommunikationsplattformen? Welche Rolle spielen die zahlreichen Wissenschaftlichen Sammlungen?
  • Wie verändern sich Infrastrukturen im historischen Verlauf und wie gestalten sich Konkurrenzen zwischen bestehenden und neuen Infrastrukturen?
  • Was sind Forschungsdaten? Ab wann sind Daten Forschungsdaten und wie können/müssen die Geisteswissenschaften sie dokumentieren? Welche Rolle spielen neue Findwerkzeuge und wie sind einheitliche Standards zu gewährleisten? Wie ist die langfristige Zugänglichkeit/Nachnutzbarkeit über den Projekthorizont hinaus zu gewährleisten? Wer hilft den Geisteswissenschaften dabei?
  • Wie verändern sich die Forschungsfragen und Forschungsgegenstände in den Disziplinen durch digitale Darstellungs-, Sammlungs-, Archivierungsformen? Was bedeutet die Fokussierung auf Metadaten und die Verständigung über Metadaten für die einzelnen Disziplinen? Brauchen wir eine Kritik der Datensätze und Rezensionen zu digitalen Ressourcen?
  • Welchen Einfluss haben digitale Infrastrukturen auf die Episteme der Disziplinen? Wie ist das Verhältnis digitaler Forschungsinfrastrukturen zu den Infrastrukturen in den Disziplinen? Werden Forschungsprojekte stärker von den technischen Möglichkeiten und existierenden Infrastrukturen her entwickelt? Wie beeinflussen disziplinäre Fragestellungen die Entwicklung von Infrastrukturen zum Forschungsdatenmanagement?
  • Welche Rolle spielen Forschungsinfrastrukturen derzeit für die Forschung und Lehre in den geisteswissenschaftlichen Fächern?
    Wo entstehen welche Konflikte zwischen verschiedenen infrastrukturellen Ebenen (Skalierbarkeit) und Interessensgruppen (User, Amateure, Informatik, Policy-Maker usw.)?
  • Inwiefern können Infrastrukturen nicht nur technisch als technische Gegebenheiten beschrieben werden, sondern auch im Hinblick auf die Interaktions- und Subjektivierungsformen, die sie prägen?
    Wie verändern sich die Arbeitsformen in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen? Ist eine Zunahme an kollaborativen Arbeitsformen zu beobachten?
  • Von welchen Disziplinen könnten die Geisteswissenschaften für diese Entwicklungsprozesse lernen?

Informationen zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie ein vorläufiges Programm finden Sie in Kürze hier.