Workshop 2019

Bitte bewerben Sie sich bis zum 10. Dezember 2018!!

 

„Wovon sprechen wir, wenn wir von Digitalisierung sprechen?
Gehalte und Revisionen zentraler Begriffe des Digitalen“

Termin: 13. bis 15. Februar 2019
Ort: Universität Bayreuth

Unsere vierte Veranstaltung widmet sich in begriffskritischer Arbeit der Erörterung und Revision wichtiger Grundbegriffe des Digitalen sowie zentraler Termini innerhalb der Digitalen Geisteswissenschaften.

Begriffe sind sprachlich benannte Konzepte, die unersetzliche Erkenntniswerkzeuge bilden, die über eine Geschichte verfügen und die sich zugleich – abhängig vom kulturhistorischen Wissensstand – beständig verändern. Die Frage, wie wir die gegenwärtig erlebten Veränderungen in verschiedensten Wissens- und Wissenschafts­bereichen erkennen können, beginnt bei den Begriffen, mit denen wir diese beschreiben und klassifizieren. Das Wortfeld des Digitalen ist besiedelt von Termini, die häufig gebraucht, ebenso häufig jedoch unklar und infolge technologischer Entwicklungen auch ‚in beständiger Bewegung‘ sind. Die infragestehenden Begriffe können grob in zwei Felder eingeteilt werden:

  1. Einerseits sind dies Konzepte, die mit digitalen Kulturen grundlegend verbunden sind wie: Algorithmus, digital, Digitalisat, Code, Datum, Big Data, Dokument, Datenbank, Interface, Protokoll, Netzwerk, Maschinelles Lernen etc. Insofern die Geisteswissenschaften immer auch eine Selbstaufklärung der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen von Kulturen anstreben, ist die kritische Verständigung über diese Begriffe von genereller geisteswissenschaftlicher Bedeutung.
  2. Andererseits geht es um Begriffe, die sich auf Methoden, Formate und Praktiken beziehen, die für die Digitalen Geisteswissenschaften von Relevanz sind wie: Annotation, Digitale Modellierung, Markup Languages, Information Retrieval, Korpusbildung, Konkordanz, Semantic Web, Netzwerkanalyse, Text Encoding Initiative, Tagging, Transkription, Visual Analytics, Visual Literacy, Distant Reading, Text Mining oder Audio Mining.

Das Thema der Konferenz ist die kritische Erörterung und Revision bestehender Begriffe sowie der Entwurf und Ausarbeitung neuer Begriffe, die als angemessene Denkzeuge und Erkenntnismittel für die Beschreibung und das Verständnis digitaler Kulturen und ihrer historischen Wurzeln sowie für die Analyse der Forschungspraktiken digitaler Geisteswissenschaften dienen können. Dabei geht es um eine konzeptionelle – dadurch aber keineswegs geschichtsvergessene – Aufarbeitung begrifflicher Relationen zur Beschreibung der digitalen Gegenwart.

Durch die Erörterung einschlägiger Begriffe soll das Thema in drei Hinsichten entfaltet und diskutiert werden:

  • Dynamiken: Welches sind zentrale Begriffe zur Beschreibung der epistemologischen Dynamiken, die durch Digitalität in den Geisteswissenschaften entstehen?
  • Genese: Wie verändern sich tradierte Begriffe der Geistes­wissenschaften durch Digitalität und welche älteren Begriffe können erkenntnisfördernd reaktiviert werden?
  • Konsequenzen: Welche methodologischen und wissenschaftspolitischen Konsequenzen entstehen durch die Wahl und Benutzung bestimmter Begriffe in den – nicht nur digitalen – Geistes­wissenschaften?

Bitte bewerben Sie sich mit einer Skizze Ihres Themenvorschlags in der Länge von max.  400 Wörtern (sowie einem CV) bis zum 10.12.2018 per Mail an digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de. Der Themenvorschlag sollte sich mit mindestens einem der oben genannten Begriffe  beschäftigen, kann aber gerne weitere Begriffe diskutieren, die grundlegend im Zusammenhang mit den Veränderungen in Forschung und Lehre sind.