Die Geisteswissenschaften arbeiten seit jeher mit Texten, Bildern, Quellen und Überlieferung. In den vergangenen Jahrzehnten ist ein neues Werkzeug hinzugekommen: der Computer. Aus dieser Verbindung ist ein eigenes Arbeitsfeld entstanden, das oft als digitale Geisteswissenschaften oder Digital Humanities bezeichnet wird.
Dieses Nachschlagewerk ordnet die wichtigsten Begriffe, Methoden und Werkzeuge dieses Feldes ein. Es richtet sich an Studierende, Lehrende und alle, die verstehen möchten, was es bedeutet, wenn geisteswissenschaftliche Fragen mit digitalen Mitteln bearbeitet werden. Die Texte sind bewusst allgemein verständlich gehalten und verzichten auf Fachjargon, wo er sich vermeiden lässt.
Themen
- Digitalität Was der Begriff meint und warum er mehr beschreibt als bloße Technik.
- Zeitgemäßes Lernen und Lehren Wie digitale Medien die Hochschullehre in den Geisteswissenschaften verändern.
- The Humanities Going Digital Wie aus einzelnen Computerprojekten eine internationale Bewegung wurde.
- Von der Selbstverständlichkeit digitaler Kulturen Das Digitale ist vom Ereignis zur unbemerkten Gewohnheit geworden.
- Digitale Editionen Was digitale Editionen leisten, am Beispiel der Schlegel-Edition.
- Diskussionsraum digitaler Potentiale Zwischen Aufbruch und Vorbehalt: die Debatte um Möglichkeiten und Grenzen.
- Glossar Zentrale Begriffe der Digital Humanities kurz und klar erklärt.
Zur Geschichte dieser Adresse: Rückblick auf die frühere Symposienreihe.
Wozu das Feld gut ist
Digitale Verfahren erlauben es, größere Textmengen zu untersuchen, als ein Mensch je lesen könnte, Zusammenhänge sichtbar zu machen, die im Einzelfall verborgen bleiben, und Quellen so aufzubereiten, dass sie dauerhaft zugänglich und nachnutzbar sind. Zugleich werfen sie neue Fragen auf: Was geht verloren, wenn ein Gedicht zu Daten wird? Wie verlässlich ist eine Auswertung, deren Rechenschritte kaum jemand nachvollzieht? Genau diese Spannung zwischen Möglichkeit und Vorbehalt macht das Feld so lebendig.